Am vergangenen Samstag musste Jens Spahn nach einem Anruf von Friedrich Merz vom Amt des Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU im Bundestag zurücktreten. Drei Tage zuvor hatten er und sein Partner die Geburt „ihres“ Kindes verkündet, dass sie über eine Agentur in den USA bei einer Leihmutter bestellt hatten.
Leihmutterschaft ist Menschenhandel und in Deutschland verboten. Spahn als zweitmächtigster Mann in der Union setzte sich dreist darüber hinweg, umging das Verbot und kaufte das Kind im Ausland.
Sein Rücktritt vom Fraktionsvorsitz war überfällig. Er genügt aber nicht.
Spahn sprach sich gegen Leihmutterschaft aus
Denn Spahn will weiterhin CDU-Bundestagsabgeordneter mit dicken Bezügen bleiben und über Gesetze abstimmen, die für andere gelten sollen, während er selbst diese bei Bedarf missachtet. Auch ließ er als Bundesgesundheitsminister die Legalisierung von Leihmutterschaft 2020 ausdrücklich zurückweisen und begründete dies – völlig korrekt – mit dem Wohl des Kindes. Spahns Doppelmoral ist unerträglich und unvereinbar mit einem Bundestagsmandat!
Erst im Februar hatte der Bundesparteitag der CDU bekräftigt, dass auch die sogenannte altruistische Leihmutterschaft weiterhin verboten bleiben muss. Desungeachtet hatte im April bereits der CDU-Abgeordnete Hendrik Streeck mutmaßlich denselben Weg gewählt, um mit seinem Partner an ein Kind zu kommen – ohne Konsequenzen.
Brisant ist inzwischen die Rolle des Kanzlers: Friedrich Merz wusste seit knapp zwei Wochen Bescheid und gratulierte Spahn sogar zum gekauften Kind. Erst als die Empörung an der Basis nicht mehr zu überhören war, setzte er sich an die Spitze der Rücktrittsforderungen.
Beginnt jetzt die Aufweichung des Verbots?
Und schon beginnt das nächste Manöver: Bildungsministerin Karin Prien (CDU) zeigt öffentlich Verständnis und will das Embryonenschutzgesetz prüfen lassen, sobald sich die Lage beruhigt hat. So wird eine Legalisierung vorbereitet: Wenn der berechtigte Aufschrei groß ist, folgt zuerst Beschwichtigung und Mitleid mit den „Bestelleltern“, und dann die schrittweise Aufweichung des Verbots.
Das dürfen wir nicht zulassen. Es gibt kein Recht auf ein Kind. Jedes Kind aber hat ein Recht auf seinen Vater und seine Mutter. Leihmutterschaft ist menschenverachtend. Dahinter steht ein Milliardengeschäft, das Frauen in Not zu Gebärmaschinen und Kinder zur Ware degradiert.
Petition, Interview, Podcast, Doku
Halten wir jetzt entschieden dagegen! Unterschreiben Sie bitte die Petition der Aktion Lebensrecht für Alle mit bereits über 47.000 Unterschriften, die Spahns vollständigen Rückzug aus dem Bundestag fordert. Teilen Sie außerdem unsere aktuellen Beiträge dazu in den Sozialen Netzwerken.
Seit Jahren klärt DemoFürAlle über die Leihmutterschaft auf: Sehen Sie dazu unser kürzliches „Fokus Familie“-Interview mit Cornelia Kaminski. In den letzten Jahren haben wir auch z.B. einen Podcast mit Birgit Kelle und einen aufrüttelnden Dokumentarfilm zum Thema veröffentlicht.
Es muss jedem klar werden: Wer Kinder kauft, hat im Bundestag nichts zu suchen.
