„Queere Bücherkisten“: Indoktrination in Kitas

Die Stadt Hannover hat ihren 42 städtischen Kitas eine „queere Bücherkiste“ überreicht. In jeder Kiste sind 14 LSBT-Kinderbücher, wie etwa „Prinz & Ritter“, „Julian ist eine Meerjungfrau“ oder „Das alles ist Familie“. Sie sollen „queere Lebensrealitäten bereits im frühen Kindesalter sichtbar machen“, teilt die grün regierte Landeshauptstadt mit. Die komplette Empfehlungsliste für Kindertagesstätten umfasst 66 Titel.

Wie mehrere Medien berichten, traf die Auswahl ein „queerer Mitarbeiter*innenstammtisch“ unter der Leitung der städtischen Beauftragten für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt. Die Bücherkiste soll der „täglichen pädagogische Arbeit“ dienen und über verschiedene Geschlechter und zahlreiche Familienkonstellationen abseits „der sogenannten traditionellen Vater-Mutter-Kind-Familie“ aufklären. Die Kinder könnten so spielerisch lernen, „Unterschiede zu verstehen und wertzuschätzen.“

Teddy Thomas ist trans

Dazu braucht es offenbar Transgender-Geschichten wie „Teddy Tilly“, in dem Teddy Thomas lieber eine Teddybärin sein möchte, sich nun Tilly nennt und einen unterstützenden Freund an seiner Seite hat. Die Bücher sind an plumper Propaganda kaum zu überbieten.

In dem Bilderbuch „Ein Tag im Leben von Marlon Bundo“ feiern zwei schwule Kaninchen trotz Verbot schließlich Hochzeit. „Prinzessin Pfiffigunde“ konterkariert alle Märchenromantik und in „Onkel Bobbys Hochzeit: Keine Angst vor Veränderungen!“ heiratet Claras Lieblingsonkel seinen Freund Jan. Nach anfänglicher Skepsis ist Clara begeistert, dass sie nun zwei Onkel hat.

Übergriffige städtische Mitarbeiter mit ‚woker‘ Agenda“

Kritik an der Indoktrination im Kindergarten auf Steuerzahlerkosten kommt von der AfD. „Kein Kind im Vorschulalter braucht ‚queere Bücherkisten‘!“, stellt die AfD-Landtagsabgeordnete Vanessa Behrendt klar. Kinder würden mit Inhalten konfrontiert, die sie in einer entscheidenden Lebensphase überfordern und verunsichern.

Wie mit diesen Themen umzugehen ist, muss prinzipiell in der Verantwortung der Eltern bleiben. Übergriffige städtische Mitarbeiter mit ‚woker‘ Agenda haben sich bitteschön auch aus den Köpfen unserer Kinder fernzuhalten. (Vanessa Behrendt, AfD-Abgeordnete im Landtag Niedersachsen)

Behrendt kündigte an, „jeden der empfohlenen Titel einer ausführlichen Prüfung“ zu unterziehen und dann von der Landesregierung eine Stellungnahme einzufordern.

Tagespost hakt nach

Neben dem erwartbaren Lob für die Bücherkiste aus dem links-grünen Lager ließ ein Kommentar der Hannoveraner CDU-Politikerin Sabrina Kahmann gegenüber der HAZ aufhorchen. Kahmann betonte zwar, dass „Regenbogenfamilien“ ein wichtiges Thema seien, aber sie wagte es auch festzuhalten, dass ein freies Budget hilfreicher sei als eine vorsortierte Bücherkiste.

Dieses kurze konservative Aufblitzen in der CDU wollte die Tagespost nicht ungenutzt verstreichen lassen und hakte bei Kahmann nach. „Ob die Verantwortung für die Buchauswahl aus ihrer Sicht vollständig in die Hände der Kita-Teams gelegt werden solle“, wollte die katholische Zeitung wissen, „und wie sie solche Inhalte mit dem christlichen Menschenbild vereinbare, auf das sich die CDU regelmäßig bezieht.“

Mit dem christlichen Menschenbild vereinbar?

Die Anfrage blieb unbeantwortet, genauso wie eine ähnliche Anfrage an die katholische Caritas. Der Caritasverbands Hannover hatte die Bücherkisten positiv bewertet. Ebenso lobte der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Hannover die queere Initiative. Ob die Inhalte der Bücher mit einem christlichen Menschenbild vereinbar seien, wollte die Tagespost auch hier wissen und erhielt statt einer Antwort ein Zitat des Pastors Karl Ludwig Schmidt, dem Vorsitzenden des Kita-Ausschusses:

Aufklärung gehört zur Entwicklung von Kindern. Unser pädagogisches Konzept berücksichtigt auch die Offenheit gegenüber queeren Menschen. Das christliche Menschenbild bedeutet auch, zu akzeptieren, dass keine Festlegung auf eine bestimmte sexuelle Orientierung vorgegeben ist.

Kinder entwickeln sich auch ohne Aufklärung durch Dritte. Wann und wie Kinder aufgeklärt werden, entscheiden ihre Eltern und nicht queere Aktivisten. Bücher, die kleinen Kindern Homosexualität, Geschlechtsumwandlungen und die Entnormalisierung der Vater-Mutter-Kind-Familie positiv nahebringen, verletzten das Erziehungsrecht der Eltern und haben in der Kita nichts zu suchen.