In Italien haben Eltern, was die Sexualaufklärung an Schulen betrifft, künftig das letzte Wort. Ein entsprechendes Gesetz hat die konservative Regierung in Rom, angeführt von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (Fratelli d’Italia), Anfang Juni verabschiedet.
Bisher war Sexualaufklärung kein eigenständiger Bestandteil des Lehrplans, anders als etwa in Deutschland. Was über den normalen Biologieunterricht hinausging, organisierte jede Schule für sich. Eine Regelung gab es nicht. Schulen konnten frei entscheiden, welche Inhalte sie vermitteln wollten und welchen sexualpädagogischen Anbieter sie sich ins Haus holten.
Das „Gesetz über die informierte Einwilligung“ für den Sexualkundeunterricht in der Schule gibt den Eltern die Kontrolle darüber, was im Klassenzimmer unterrichtet wird. Nach den italienischen Sommerferien sind Schulen ab September dazu verpflichtet, Eltern mindestens einen Monat vorher ausführlich über die Inhalte der geplanten sexualpädagogischen Unterrichtseinheiten und über die Anbieter zu informieren. Entscheidend ist aber, dass Schulen mindestens eine Woche vor Beginn der sexualpädagogischen Projekte eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern einholen müssen, sofern die Schüler noch minderjährig sind.
„Wir geben den Eltern wieder eine Stimme“
Die Koalition aus Fratelli d’Italia, Lega und Forza Italia schützt mit ihrem neuen Gesetz vor allem die Jüngsten. In Kindergärten und Grundschulen ist jegliche Sexualpädagogik künftig verboten. Auch die Auswüchse des Trans-Kults und der „Gender-Propaganda“ haben aus Sicht der konservativen Regierung die gesetzliche Regelung notwendig gemacht.
So betonte Bildungsminister Giuseppe Valditara (Lega): „Wir geben den Eltern wieder eine Stimme in Fragen der Geschlechtsidentität ihrer minderjährigen Teenager. Damit setzen wir die Verfassung um, die den Eltern das Recht auf die Erziehung ihrer Kinder einräumt.“ Selbstverständlich erwarte man, dass der Unterricht in Zukunft „von Ärzten, Psychologen und seriösen Fachleuten“ durchgeführt werde.
Den Unterstellungen aus der Opposition, die Schüler würden in Fragen der Sexualität allein gelassen, entgegnete Valditara, dass nun erstmals verbindlich in den Lehrplänen der Mittelstufe und Oberstufe Sexualkunde im Biologieunterricht festgeschrieben sei. Dies schließe auch die Aufklärung über Risiken durch sexuell übertragbare Krankheiten ein.
Italien regelt per Gesetz, was selbstverständlich sein sollte: In den sensiblen Erziehungsfragen rund um Sexualität müssen Schulen die Eltern eng einbeziehen und ihnen das Recht lassen zu entscheiden. Gender-Aktivisten und Sexualisierungs-NGOs dürfen sich nicht selbstherrlich Zutritt zu Schulen verschaffen und über das Erziehungsrecht der Eltern hinwegsetzen.
Die schäumende Opposition offenbarte mit ihrer Ankündigung von Protestaktionen, dass die Sexualität im Zentrum des Kulturkampfes steht. Deutschland kann hier von Italien lernen. Ohne das konservative Regierungsbündnis hätte es das „Gesetz über die informierte Einwilligung“ nicht gegeben, egal wie sehr sich einzelne Eltern gegen die Sexualisierung ihrer Schulkinder wehrten. Es braucht tatsächlich den politischen Machtwechsel wie in Italien, bevor auch in Deutschland das Elternrecht wieder an erster Stelle steht.
