Video-Interview: Was das Smartphone mit Kindern macht

„Das billigste Kindermädchen“, so nennt Michael Hageböck das Smartphone in Kinderhand.

Hageböck war jahrzehntelang Lehrer und Schulleiter, er ist Publizist und Vater von sieben Kindern. Er ist sehr technik-affin, aber ein Smartphone besitzt er bis heute nicht. Hedwig v. Beverfoerde hat mit ihm in der elften Folge unserer Video-Reihe „Fokus Familie“ gesprochen.

Michael Hageböck schildert, was er im Klassenzimmer erlebt hat: Schon vor drei Jahren stellte seine Deutschkonferenz fest, dass ein Drittel der Schüler eine normale Lektüre nicht mehr bewältigt. Die Algorithmen, sagt er, spielen mit unseren Schwächen, mit dem Hochmut, der Selbstdarstellung und mit dem Neid, welches durch Likes geweckt wird. Wer ständig am Bildschirm hängt, verliert die Fähigkeit zur Sammlung und damit den inneren Raum für Muße und Gebet.

Sein Maßstab ist klar: „Digitale Geräte sind Arbeitsgeräte und keine Spielzeuge.“ Vor allem wird er konkret und zeigt, was Eltern tun können, vom Tastenhandy bis zum handyfreien Abend ab 18 Uhr.

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Das Thema ist hochaktuell: Australien sperrt soziale Netzwerke seit Dezember für alle unter 16 Jahren, die EU-Kommission arbeitet an einer eigenen Regelung für ein gesetzliches Mindestalter. Familienministerin Karin Prien (CDU) will kein Social Media für Unter-13-Jährige. Und eine neue Umfrage unter 501 Lehrern zeigt: Die Smartphone-Nutzung in der Schule bleibt das große Ärgernis.

Allgemeines Verbot für Kinder höchst fragwürdig

Der Ruf nach einem Verbot für Smartphones und Social Media scheint also nachvollziehbar. Trotzdem ist hier höchste Vorsicht geboten. Denn wer den Zugang regelt, bestimmt auch, welche Stimmen und Inhalte junge Menschen noch erreichen. Dieselbe Expertenkommission, die eine Altersgrenze empfiehlt, will digitale Medienbildung schon bei Drei- bis Fünfjährigen verankern und ein verpflichtendes „KI-Seepferdchen“ in der Grundschule einführen.

Und dieselben Politiker, die kein Problem damit hatten, Kindern die Corona-Impfung aufzuzwingen, geben jetzt vor, um deren Gesundheit besorgt zu sein? Hier geht es nicht um Fürsorge, sondern um Kontrolle.

Unser Schluss daraus: In Kita und Schule sollte das Smartphone verboten sein. Über die Mediennutzung zu Hause entscheiden jedoch allein die Eltern.

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