Ulrike Schmauch, Jahrgang 1949, brachte die sogenannte „Regenbogenkompetenz“ in die Ausbildung pädagogischer Berufe. Dadurch prägt sie das erzieherische Alltagshandeln vor allem in Kindertageseinrichtungen.
Schmauch ist emeritierte Professorin für Sozialwissenschaften und zählt zum wissenschaftlichen Beirat des Instituts für Sexualpädagogik (isp), in dem sie seit 2010 Mitglied ist. Zudem war sie auch im Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD) von 2017 bis 2018 und im pro familia-Landesverband Hessen von 2014 bis 2022. Ihre Schwerpunkte sind die Geschlechtersozialisation, die Sexualpädagogik mit feministisch geprägten sexualpolitischen Positionen und deren Verankerung in der Sozialen Arbeit.
In den 1970er und 1980er-Jahren prägte Schmauch die feministischen Debatten der zweiten Frauenbewegung. Anschließend konzentrierte sich ihr politischer Aktivismus auf die Beeinflussung der akademischen Lehre. Startschuss hierfür war 1984 ihre Dissertation „Anatomie und Schicksal – Zur Psychoanalyse der frühen Geschlechtersozialisation“ an der Uni Frankfurt, in der sie ihre Beobachtungen als Mitarbeiterin in einer Krabbelgruppe für Großstadtkinder einfließen ließ.
Laut isp-Steckbrief ist Schmauch „Mitglied im Beirat der Zeitschrift für Sexualforschung und im Beirat der Gesellschaft für Sexualpädagogik e.V. (gsp) für das sexualpädagogische Qualitätssiegel.“ Dabei handelt es sich um einflussreiche Schlüsselpositionen, die es ihr ermöglichen, den sexualpädagogischen Diskurs zu lenken und auch exklusiv zu halten im Sinne der Kentler-Sielert-Schule. Tatsächlich gelingt es Schmauch, ihre wichtigsten sozialpolitischen Ziele erfolgreich umzusetzen.
„Regenbogenkompetenz“ durchdringt Lehre und Praxis
Ihre Kernthemen „sexuelle Orientierung“ und „sexuelle Vielfalt“ etablierte sie über Jahrzehnte hinweg tief in Lehre und Praxis. So zum Beispiel auch in dem weit verbreiteten und im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ geförderten „Queer-Papier #1“ mit dem Titel „Regenbogenkompetenz in der Jugendarbeit. Zum professionellen Umgang mit Themen der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt“.
Dass Schmauchs zentrales Anliegen, die „Regenbogenkompetenz“, buchstäblich auf der Straße angekommen ist, zeigt eine Anekdote innerhalb einer Reportage der Jungen Freiheit („Wie queere Schattennetzwerke Kinder indoktrinieren“). Auf dem Kölner Christopher Street Day (CSD) 2026 findet sich auch ein Stand der Organisation „100% Mensch“, die zahlreiche queere Vereine und Initiativen mit Inhalten für ihre LSBT-Workshops an Schulen beliefert. „Unser Material geht an Teamer*innen für die Workshops, an Schulen und Kitas“, werden die „100% Mensch“-Mitarbeiter zitiert. Am Infostand finden sich selbst für Kleinkinder queere Spiele und Bilderbücher. „Wir arbeiten nach dem Konzept Regenbogenkompetenz“, heißt es auf Nachfrage nach dem Urheber solcher Inhalte.
Während andere isp-Kollegen wie etwa Beate Martin bekannt dafür sind, an den konkreten Inhalten zur Sexualisierung von Kindern zu arbeiten, kommt Schmauch eher die Rolle zu, das sozialpädagogische Personal ideologisch zu schulen und für die gesamte Sexualpädagogik-Branche der Kentler-Sielert-Schule die Richtung vorzugeben.
Regenbogenkompetenz, Regenbogenkompetenz, Regenbogenkompetenz
Den Begriff „Regenbogenkompetenz“ definiert Schmauch mehrfach in ihren Publikationen, so auch in ihrem Beitrag „Auf dem Weg zur Regenbogenkompetenz“ (2014). Er wurde „analog zu den Begriffen ‚Interkulturelle Kompetenz‘ und ,‘Genderkompetenz’ gebildet“, schreibt Schmauch, und weiter: „Er bezeichnet die Fähigkeit einer sozialen Fachkraft, mit dem Thema der sexuellen Orientierung professionell und diskriminierungsfrei umzugehen.“ Regenbogenkompetenz setze sich aus vier Elementen zusammen:
Sachkompetenz: Wissen über Lebenslage, Diskriminierung und Ressourcen sexueller Minderheiten
Methodenkompetenz: Handlungsfähigkeit und Verfahrenswissen im Bereich sexueller Orientierung
Sozialkompetenz: Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit im Bereich sexueller Orientierung
Selbstkompetenz: Reflexion eigener Gefühle, Vorurteile und Werte in Bezug auf sexuelle Vielfalt.
Es sei ein Zeichen von Kompetenz, betont Schmauch, wenn soziale Fachkräfte im Umgang mit LSBT-Klienten irritierende Gefühle und auch innere Verbote bei sich wahrnehmen. Es zeuge von mehr beruflicher Eignung, „diese Verunsicherung auszuhalten als sie unter progressiven Floskeln zu verdecken“, erklärt Schmauch mit Blick auf heterosexuelle Sozialarbeiter, die oftmals „Angst vor kommunikativer und emotionaler Berührung mit Homosexualität“ hätten.
Verständnisvoll spricht sie sozialpädagogische Mitarbeiter an, die Vorbehalte gegenüber LSBT-Themen haben. Und sie bringt nachvollziehbare Beispiele aus Kitas, aus der Jugendhilfe, aus Frauenhäusern oder auch aus der Altenpflege, die zeigen, wie LSBT-Klienten im Betreuungsalltag aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Verletzungen erfahren oder vor Probleme gestellt werden, und dies meist nicht durch böse Absicht. Ein wacher und respektvoller Blick für Menschen in besonderen Lebenslagen erscheint angebracht, und diese soziale Grundeinstellung schließt mehr ein als die sexualitätsbezogenen Persönlichkeitsfacetten der betreuten Menschen. Doch genau das reicht Schmauch nicht.
Regenbogen-Ideologie von A bis Z
Worum es ihr vor allem geht, macht Schmauch in ihrem Beitrag „Sexuelle Vielfalt und Regenbogenkompetenz in der Sozialen Arbeit“ (2015) deutlich. So seien auf der institutionellen Ebene folgende Maßnahmen zu empfehlen:
Team-Fortbildungen und Konzeptionstage zu Themen wie sexuelle Orientierung, Heteronormativität, Prävention von sexualitätsbezogener Diskrimnierung, diversitiy-sensible Öffnung, Regenbogenfamilien;
Entwicklung einer gemeinsamen Haltung im Team und Einbettung des Themas in Konzeption, Qualitätsstandards und Leitbild;
Absprachen zum Umgang mit homosexualitätsfeindlichen Sprüchen oder Mobbing, zur Art der Begleitung bei Coming-out-Prozessen;
Herstellung von Sichtbarkeit gleichgeschlechtlicher Lebensweisen – in der Sprache, in Flyern der Einrichtung, Programmangeboten, durch Informationen am Schwarzen Brett im Eingangsbereich, in Bilderbüchern, Filmen und anderen Medien;
Reflexion des Prozesses in regelmäßiger Supervision.
Kurz gesagt: Was Schmauch empfiehlt, ist Akzeptanz statt Toleranz sowie die ideologische Einnordung des sozialpädagogischen Teams unter der Regenbogenflagge und die umfassende Indoktrination der Klienten. Die Regenbogen-Ideologie soll in Einrichtungen der Sozialen Arbeit vom kleinsten Detail bis zur umfassenden Konzeption das beherrschende Thema werden.
„‘Sexuelle Bildung’ anschlussfähig für die soziale Arbeit“
Dass Schmauch bei dem sozialpädagogischen Begriff „Klienten“ auch an kleine Kinder in der Kita denkt, wird in den Praxisbeispielen ihrer Beiträge immer wieder deutlich. Dabei folgt sie ihren Kollegen der Kentler-Sielert-Schule, wenn sie in Abgrenzung zur allgemeinen Sexualpädagogik den Begriff „Sexuelle Bildung“ für die soziale Arbeit als anschlussfähiger bezeichnet. Denn er lege die „Betonung auf die Selbstaneignung und Selbsttätigkeit, während er gleichzeitig dem lebenslangen sexuellen Lernen einen hohen Stellenwert beimisst“, schreibt Schmauch in „Sexualpädagogisches Handeln in der Sozialen Arbeit“ (2016).
Ebenso verbreitet sie hier die in isp-Kreisen vielfach publizierte und auf Kentler zurückgehende These von der „kindlichen Sexualität“. Als wissenschaftliche Referenz jenseits der Pädagogik gibt sie Abhandlungen von Sigmund Freud an. Dass deren wissenschaftliche Aussagekraft gegen null geht, ist hier nachzulesen.
LSBT-Indoktrination in der Kita
Schmauchs Fokus bei der Sozialen Arbeit in der Kita liegt weniger auf der Sexualisierung der Kinder mit schamverletzenden Übungen, um den Vergleich mit Beate Martin noch einmal aufzugreifen, als vielmehr auf deren Indoktrination mit LSBT-Themen. So beschreibt Schmauch in „Regenbogenkompetenz in der Kinder- und Jugendhilfe“ (2020) zum Beispiel eine „gelingende Situation“ in einer Kindertagesstätte folgendermaßen:
Mehrere soziale Fachkräfte und eine Kindergruppe sitzen am Tisch. „Ein Kind sagt: ‚Nur Frauen und Männer dürfen hochzeiten.‘ Andere Kinder kommentieren diese Aussage. Eine Kollegin greift das Thema auf und sagt: ‚Frauen können Frauen heiraten, Männer können Männer heiraten, Frauen und Männer können heiraten.‘ Nach dem Frühstück entsteht im Raum ein Spiel, in dem die Kinder in verschiedenen geschlechtlichen Kombinationen ‚hochzeiten‘ spielen.“
Insgesamt hält sich Schmauch mit Vorschlägen zur praxisbezogenen Ausgestaltung der „sexuellen Bildung“ zurück. Ihre Aufgabe sieht die feministische Sexualwissenschaftlerin als erfüllt an, wenn jeder sozialpädagogisch Tätige in Ausbildung oder Studium die Kentler-Sielert-Schule verinnerlicht.
Hinweis: Das Titelbild wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz generiert und stell keine reale Szene dar.
