Der „Porno-Skandal“ von Schleife schlägt hohe Wellen. Er wirft ein grelles Licht auf das, was in vielen Schulen Realität ist: Kinder werden durch Pornos und Kondomübungen verstört. Eltern erfahren nur selten davon. Ein Beitrag von Dr. Martin Voigt.
Fassungslos macht der „Porno-Skandal“ in Sachsen. Zwei queere Studentinnen eines Theaterprojekts aus Berlin haben an der Oberschule Schleife einer neunten Klasse homosexuelle Pornos gezeigt. Kein Lehrer war dabei. Die LGBTQ-Propagandisten, die sich den 14- bis 15jährigen als non-binär vorstellten, konnten ungehindert die Bilder aus einem Magazin mit Altersbeschränkung ab 18 Jahren ausbreiten. Entsetzte Eltern brachten den Fall an die Öffentlichkeit (JF berichtete).
Was war das für ein Schulprojekt? Was sind das für Theaterleute? Warum Pornos? Diesen Fragen widmen sich inzwischen zahlreiche Medien. Was in Schleife passiert ist, hat jedoch eine viel größere Dimension als bisher bekannt. Schleife ist kein Einzelfall.
In Deutschland gibt es dutzende queerer Vereine, deren Ziel es ist, vergleichbare Schulprojekte durchzuführen – ausdrücklich ohne die Anwesenheit eines Lehrers während der Workshops. Dahinter stehen NGOs, die dem Homosexuellen- und Transgender-Spektrum zuzuordnen und meist aus staatlichen Mitteln finanziert sind.
Workshops sollen auf Augenhöhe ablaufen
Am anderen Ende der Bundesrepublik bietet zum Beispiel der Verein Allgäu Pride e.V. interaktive Workshops an, um „Schüler*innen für queere Themen zu sensibilisieren“. Ohne die Anwesenheit von Lehrkräften. Die Schüler können anonym Fragen stellen, die gemeinsam mit den „qualifizierten Teamenden“ besprochen werden.
Die kleinen Vereine und Initiativen sind eingebettet in größere NGO-Netzwerke. So ist etwa das Jugendnetzwerk Lambda Bayern e.V.laut eigener Auskunft „der Dachverband der queeren Jugendarbeit in Bayern und Teil des bundesweiten Jugendnetzwerks Lambda e.V.“. Lambda spricht Jugendliche nach dem „Peer‑to‑Peer‑Prinzip“ an. Das heißt, wie in Schleife sollen die externen Pädagogen nur ein paar Jahre älter als die Schüler sein. Auf Augenhöhe sollen die Stuhlkreise stattfinden. Die Peer-Workshops heißen „Schulprojekt ‚Sch(w)ule und Le(s)ben‘“ und sollen „für mehr Akzeptanz“ sorgen.
Auch die schwullesbische Jugendgruppe DéjàWü aus Würzburg ist vom Dachverband Lambda Bayern ausgebildet und bringt dessen pädagogische Ansichten in die Würzburger Schulen ab Jahrgangsstufe 7. Dazu zählen „interaktive Methoden, Rollenspiele, Selbsterfahrung“. Wieder ohne Lehrkraft, dafür aber „lebendig durch persönliche Erfahrung“. So gewähre man „den Jugendlichen ausreichend Freiraum, auch persönliche Fragen zu stellen“, lautet die Erklärung.
Schleife ist überall
Der queer-aktivistische Fokus liegt wie auch in Schleife, wo die Schüler aufgefordert wurden, die beiden Aktivisten und ihre Mitschüler nur mit Pronomen anzusprechen, auf dem Thema „Transgender“. Lambda Bayern bietet hierzu für den Einsatz in Schulklassen die bereits in mehreren Auflagen erschienene Broschüre „Akzeptrans*“ an. In einer Übung für den Schulunterricht sollen Begriffe wie „Brustentfernung“ und „Penisaufbau“ pantomimisch dargestellt werden.
In einer weiteren sind die Schüler angehalten, unter anderem solche Fragen zu beantworten: „Wer hat jemals daran gezweifelt, im richtigen Körper zu sein?“ „Wer hat sich schon mal gewünscht, einen Tag das gegenteilige Geschlecht zu sein?“ „Wer kann sich Sex mit einem Transmenschen vorstellen?“
Grenzverletzende Workshops von jungen Queer-Propagandisten, die mit „autobiographischem Ansatz“ minderjährigen Schülern ihre bevorzugten Lebens- und Liebesweisen nahebringen, finden bundesweit in sämtlichen weiterführenden Schulen statt. Interaktive Schulprojekte zur Förderung von „Akzeptanz und Antidiskriminierung“ sind in den anderen Ländern vergleichbar organisiert wie in Bayern.
Auch staatliche Stellen verstören Kinder
Im Nordwesten ist zum Beispiel Schlau NRW ein landesweites Netzwerk für „Bildung und Antidiskriminierung zu sexueller, geschlechtlicher und romantischer Vielfalt“. Auch in NRW werden schon einmal Pornos als Bildungsmaterial empfohlen, wenn queere Projekte die Schule besuchen. Pornos könnten „ein Ersatz für die fehlenden Bilder sein, die man hat, um tatsächlich ganz praktisch zu wissen, wie Geschlechtsverkehr geht“, heißt es in einem älteren Video von youthwork nrw.
Den Verbänden der Homo- und Trans-Lobby stehen staatliche Organisationen in ihrer Absicht, Schüler zu verstören und zu sexualisieren, in nichts nach. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, ehemals BZgA) und sein verlängerter Arm ins Klassenzimmer, pro familia, bilden dazu eigens junge Pädagogen aus und bieten einschlägiges Material an. Mit der Safer-Sex-Botschaft werden Schüler zu sexuellem Handeln ermutigt. Verhütungsmittelkoffer mit Übungen, die Scheu und Hemmungen abbauen, wie etwa das Kondome-Abrollen am Penismodell, sind in Schulen verbreitet.
Genauer nachzulesen ist die Agenda zum Beispiel in einer Konzeption zur „Sexuellen Bildung“ von pro familia Baden-Württemberg. „Schüler_innen aller Schulformen“ sollen „Offenheit, Neugier und Akzeptanz gegenüber unterschiedlichen Lebensweisen“ entwickeln. Die Methoden beinhalten „Körperarbeit“, „soziale und kreative Gruppenarbeit“, „Elemente aus erfahrungsorientierter Spiel-, Theater- und Erlebnispädagogik“, „themenzentrierte Interaktions- und Rollenspiele“ sowie „Biographiearbeit und Methoden der Selbstreflexion“. Filme, Verhütungsmittel und die hauseigenen Broschüren sollen zur Umsetzung des Erlernten anregen. Pro-familia-Broschüren wie „Sex, Respekt, Lust und Liebe“ nehmen kein Blatt vor den Mund und erklären Minderjährigen alles über Sex, von Petting bis Analverkehr.
Ideologische Indoktrination gibt es gratis dazu
Damit die Botschaft niedrigschwellig ankommt, hat pro familia ihr eigenes Peer-Education-Projekt: „Pro familia goes Festival“. Jugendliche ab 18 Jahren sollen Ansprechpartner sein für Gleichaltrige in den Schulen, auf Projekttagen, an Ständen oder während des mehrtägigen Southside-Festivals. Dazu werden sie „in Workshops zu Themen und Fragen rund um Sexualität, Partnerschaft, Prävention von Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Erkrankungen geschult“.
Besonders brisant: Pro familia schreibt explizit, ihrer Arbeit liege „ein Verständnis von emanzipatorischer Sexualpädagogik zugrunde“. Dieses Leitmotiv lässt sich direkt auf den pädokriminellen Missbrauchstäter Helmut Kentler zurückführen. Der Begründer der emanzipatorischen Sexualpädagogik schuf die Grundlage für die heute übliche „Sexuelle Bildung“. Eine animierende und interaktive Sexualerziehung – „Lernen durch Tun“ –, das war Kentlers Vision (JF berichtete). Pro familia setzt genau das um.
Offensiv vermarktete Safer-Sex-Botschaften sind gang und gäbe an deutschen Schulen. Genauso wie sexualpädagogische Übungen, die Grenzen systematisch verletzen und Schüler traumatisieren. Hinzu kommt, wie in Schleife, die ideologische Indoktrination mit der Absicht, die „sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität“ beziehungsweise die „Heteronormativität“ in Frage zu stellen.
Kondomübungen verstören Kinder
Nicht nur in Schleife suchen Eltern Hilfe, nachdem ihre Kinder sich durchgerungen haben, davon zu erzählen, was in der Schule passiert ist, als der Lehrer das Klassenzimmer verlassen hat. Aus allen Bundesländern wenden sich Eltern an die Elternaktion des Vereins Ehe-Familie-Leben e.V., die sich für eine kindgerechte Aufklärung einsetzt. Über die Jahre haben sich hier Fälle angesammelt, die ebenso erschütternd sind wie der „Porno-Skandal“ in Sachsen. Einige solcher Elternberichte hat die Elternaktion für die JUNGE FREIHEIT anonymisiert und kurz skizziert.
Immer wieder sind es die Kondomübungen, die Kinder verstören. So berichten Eltern, dass ihr Kind bereits in der vierten Klasse im Unterricht Kondome über Holzpenisse und Bananen ziehen musste. In einer Mittelstufe wurde eine Schülerin ohne jede Ankündigung mit solchen Übungen konfrontiert. Da sich das Mädchen ekelte und weigerte, soll die Lehrerin auf der Mitarbeit der Schülerin bestanden haben. Die Eltern fragten, warum das Präventionsziel „Nein sagen lernen“ derart unterlaufen wurde.
In Nordrhein-Westfalen mussten sich 14jährige Schüler ein Theaterstück ansehen, in dem „sich zwei junge Männer minutenlang küssen, sich gegenseitig die Kleider vom Leib reißen und in eindeutiger Absicht hinterm Duschvorhang verschwinden“. Ähnliches in einer vierten Klasse, hier lasen die Kinder eine Aufklärungsgeschichte, in der sich zwei Männer küssen. „Meine Tochter war angeekelt“, berichtet eine Mutter, „man durfte theoretisch rausgehen, wenn man etwas nicht hören will, aber welches Kind macht das schon?“
Petition richtet sich gegen Pornos in Schulen
Von externen Aktivisten, aber auch im Bio-Unterricht werden Schüler im Rahmen der Sexualerziehung mit vulgärsprachlichen Begriffen wie „Fotze, Titten, Wichsen und Blasen“ und ihrer Bedeutung konfrontiert. Aus Scham erzählen viele Kinder zu Hause nichts davon, aber auch aus anderen Gründen: Laut Elternaktion habe eine Mutter berichtet, wie ihrem „Sohn in der Grundschule von pro familia verboten wurde, mit den Eltern über das zu reden, was in dem Unterricht besprochen wurde“. Die Elternaktion, die zur Aktion DemoFürAlle gehört, richtet seit gestern die Petition „Schluss mit P*rno – NGOs raus aus unseren Schulen!“ an die zuständigen politischen Stellen.
Der Wirkungsbereich der „sexuellen Bildung“ geht weit über die deutschen Landesgrenzen hinaus. Auch in Österreich wurde Viertklässlern ein Porno vorgeführt, und in der Schweiz müssen Kinder ebenfalls viel zu früh vor ihren Mitschülern Kondome abrollen und über Sex sprechen.
Zurück nach Deutschland. Wer sich nicht vorstellen kann, wie verstörend Theaterprojekte Kinder ansprechen, dem sei dieses Video zum Theaterstück „LiebeLove and the Sexperts“ für Schüler der Mittelstufe empfohlen. Erstellt wurde es von der AIDS-Hilfe Unna in Zusammenarbeit mit pro familia und gefördert vom Kulturforum Witten und dem NRW-Familienministerium.
Dieser Beitrag erschien zuerst in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ und wird hier mit freundlicher Genehmigung der Redaktion wiedergegeben.
